Bereits beim Betreten des Kirchenensembles war die besondere Atmosphäre spürbar: wunderschön geschmückte Tische, in der Kirche warmes Licht, gespannte Erwartung und ein mit rund 100 Besuchern gefüllter Kirchenraum. Pünktlich um 19:00 Uhr begann das Quartett sein Konzert und überzeugte von der ersten Minute an mit musikalischer Vielfalt und spürbarer Spielfreude.
Unter dem Motto „Unterwegs“ verband das Quartet Musik und Texte zu einer erzählerischen Gesamtkomposition. Eduard Mörikes Schulgedicht „Er ist´s“, vom Frühling, mit dem blauem Band verwies auf Neubeginn und Aufbruch. Mut zu Neuem, auch im eigenen Leben und führte mit romantischer Sehnsucht weiter zur Leichtigkeit der Weltmusik.
Die Musiker – Birgit Hutzel (Akkordeon, Flöte, Percussion), Uli Preu (Geige, Gitarre), Hermann Tzschaschel (Gitarre) und Siegfried Hutzel (Cello, Kontrabass) – überzeugten durch ihre Vielseitigkeit, ihr harmonisches Zusammenspiel und Gesang in sprachlicher Vielfalt. Jeder einzelne brachte seine musikalische Handschrift ein, ohne dabei die gemeinsame Linie aus den Augen zu verlieren.
Mit „Wir haben nicht wenig Zeit, wir haben nur zu viel davon verschwendet“ wurde Seneca passend zur Problematik unseres hektischen Alltags zitiert. So geläutert konnte sich das Publikum intensiv auf die Gelassenheit mancher Musik genauso gut einlassen, wie auf das Träumen, Dahinschwelgen und bewusste Genießen der Darbietung.
Mal heiter mit Ukulele, mal melancholisch mit portugiesischem Fado, beschwingt mit Tango oder sizilianischer Volksmusik. Das Programm griff immer wieder die unterschiedlichen Facetten menschlicher Erfahrungen auf. Die besondere Akustik der Kirche verstärkte dabei die Wirkung der Musik und ließ die Klänge intensiv nachhallen.
Neben dem langanhaltenden Applaus erhielten die Künstler als kleines Dankeschön für den gelungenen Abend ein regionales Souvenir: echten Geroldshäuser Honig. Dies als liebevolle Geste, die bei dem Ensemble eine nachhaltige süße Erinnerung- ohne Verfallsdatum- bewirken soll. So wie der ganze Abend das Publikum nachhaltig beeindruckte. Schließlich umsorgte auch das Organisationsteam seine Gäste in gewohnter Weise kulinarisch mit selbstgebackenen Knabbereien.
Mit diesem Konzertabend in St. Thomas-Morus bewies Allegro ma non troppo einmal mehr, dass Musik Brücken schlagen kann – zwischen Menschen, Stimmungen und Welten.
Text: Monika Ehrhard
Fotos: Dr. Carmen Heunisch


