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Trauer-Café in Hettstadt

Hettstadt
gemeinsam erinnern, erzählen und getragen sein

Am Sonntag, den 27. September, fand in Hettstadt von 14 bis 16 Uhr zum ersten Mal das Trauer-Café statt. 15 trauernde Menschen folgten der Einladung des Pastoralen Raumes, sich in geschützter Atmosphäre zu begegnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Erfahrung der Trauer nicht allein tragen zu müssen.

Der Nachmittag begann auf dem Hettstadter Friedhof. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Teilnehmenden zunächst an diesem besonderen Ort, der unmittelbar mit Abschied, Erinnerung und Trauer verbunden ist. Der Friedhof wurde dabei nicht nur als Ort der Gräber und des Abschieds wahrgenommen, sondern auch als Ort der Begegnung mit den eigenen Erinnerungen und der Verbundenheit mit den Verstorbenen.

Passend dazu fand am dritten Wochenende im September auch der bundesweite „Tag des Friedhofs“ statt, wie Simone Ott erklärte. Er lenkt den Blick auf Friedhöfe als Orte der Trauer und Erinnerung, aber ebenso als Orte des Lebens, der Begegnung, der Kultur und der Hoffnung. Auch beim Trauer-Café wurde spürbar, wie eng diese unterschiedlichen Erfahrungen miteinander verbunden sein können.

Anschließend wechselte die Gruppe in den geschützten Rahmen des Pfarrhauses. Dort erwartete die Teilnehmenden ein liebevoll gedeckter Herbsttisch. Bei Kaffee und Kuchen entstand unter Anleitung von Maria Lorey Raum für persönliche Gespräche, für Erinnerungen und für das, was Menschen in ihrer Trauer bewegt. Manche Gedanken wurden geteilt, andere vielleicht einfach stillschweigend in der Gemeinschaft getragen. Begleitet und geleitet wurde das Trauer-Café von Blandine Niewalda und Maria Lorey (zwei Trauerbegleiterinnen aus Hettstadt) und Simone Ott (Pädagogin für den Pastoralen Raum Würzburg links des Mains). Sie schufen einen Rahmen, in dem Begegnung möglich wurde und jede und jeder mit der eigenen Geschichte willkommen war. Maria Lorey bedient sich der Kastanie als Metapher für den Wandel innerhalb eines Trauerprozesses. Von der schmerzhaften, stacheligen Hülle über das Aufbrechen und Sich-Verändern bis hin zur glatten, sanften Oberfläche des Handschmeichlers durchläuft die Kastanie eine Transformation. Sie wird so zum Sinnbild dafür, dass Trauer zunächst schmerzt und schützt, sich im Laufe der Zeit jedoch öffnen und in eine sanftere, tröstlichere Erfahrung verwandeln kann. Nach intensiven und emotionalen Gesprächen in der Runde ließ Blandine Niewalda den gemeinsamen Austausch ausklingen. Sie las den Teilnehmenden einen Segen vor und gab ihnen persönliche Worte mit auf den Weg.

Zum Abschluss wurde deutlich, wie wertvoll eine solche Möglichkeit des Austauschs für die Trauernden ist. Mit Applaus wurde der Wunsch bekräftigt, dass es auch in Zukunft wieder ein solches Treffen mit Menschen geben soll, die ähnliche Erfahrungen machen und die besondere Sprache der Trauer verstehen. Als Folgeveranstaltung laden wir herzlich zum Trauer Gottesdienst mit Musik-Gebet-Text-Stille am 22.11. um 18 Uhr in die Pfarrkirche St. Sixtus in Hettstadt ein. Im Anschluss gemütliches Teetrinken in der Kirche.

Autorin: Simone Ott
Bilder: Blandine Niewalda, Simone Ott

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